Manche Pigmentmale lassen sich bei einer einmaligen Untersuchung nicht abschließend sicher einordnen. Sie wirken auffällig, sind aber nicht eindeutig so verdächtig, dass sofort eine Entfernung notwendig ist. In solchen Fällen kann eine gezielte Verlaufskontrolle sinnvoll sein.
Die sequentielle digitale Dermatoskopie ermöglicht es, einzelne Leberflecke oder andere Hautveränderungen hochauflösend zu fotografieren, digital zu speichern und bei späteren Kontrollen exakt mit den Voraufnahmen zu vergleichen. So können auch kleine Veränderungen in Größe, Form, Farbe oder Struktur sichtbar gemacht werden.
So funktioniert die sequentielle digitale Dermatoskopie
Wir benutzen modernste Technik hinsichtlich der mikroskopischen Beurteilung von Hautveränderungen (Dermatoskopie) und der digitalen Bilddokumentation. Als Aufnahmegerät kommt die Medicam 1000S der Firma Fotofinder zum Einsatz. Das System ermöglicht vergrößerte Bilder von Leberflecken und anderen Hautveränderungen aufzunehmen und zu archivieren, sodass man im Verlauf Veränderungen präzise erfassen kann.
Ohne Einsatz der digitalen Dokumentation geht diese Information verloren. Die Verlaufskontrolle bietet Sicherheit bei der Beurteilung einzelner auffälliger Pigmentmale. Im Einzelfall kann diese Art der Kontrolle also einerseits Operationen vermeiden – wenn keine Veränderung nachweisbar ist – und andererseits zu einem frühen Eingriff führen, bei nachgewiesenem Wachstum.
Es handelt sich um eine privat ärztliche Leistung, die wir nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Rechnung stellen und die leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.
Beispiele aus unserer Praxis
Das enorme Potential und der Zusatznutzen dieser Technik wollen wir Ihnen an folgenden Beispielen aus unserem Praxisalltag demonstrieren.
Superfiziell spreitendes Melanom am rechten Oberarm
Hier der Leberfleck am rechten Oberarm einer 34-jährigen Patientin, die zur jährlichen Hautkrebskontrolle kam. Im Größenvergleich zeigte sich eine leichte Größenprogredienz der Läsion. Das Muster war asymmetrisch mit atypischen Pigmentnetz und radiären Strukturen.
Die Stelle wurde im Rahmen desselben Besuchs in einem einfachen Eingriff, einer sogenannten Horizontalexzision entfernt. In der feingeweblichen Untersuchung zeigt sich ein Superfiziell Spreitendes Melanom mit einer Tumordicke von 0,2 mm. Ohne die sequenzielle digitale Dermatoskopie wären die Veränderungen zu diesem frühen Zeitpunkt wohl kaum aufgefallen.
Vergleichszeitraum: März 2021 bis März 2022
Superfiziell spreitendes Melanom am rechten Oberschenkel
Hier eine Läsion am rechten Oberschenkel einer 79-jährigen Patientin. Es zeigte sich eine deutliche Größenprogredienz der Läsion im Verglich zu den Voraufnahmen. Asymmetrisches Muster und schollige Pigmentstrukturen. In der feingeweblichen Untersuchung zeigt sich ein Superfiziell Spreitendes Melanom mit einer Tumordicke von lediglich 0,3mm.
Die Prognose beim schwarzen Hautkrebs ist stark abhängig von dieser Tumordicke. Falls diese Läsion erst zu einem späteren Zeitpunkt entfernt worden wäre, wäre die Prognose schlechter aufgrund der wahrscheinlich höheren Tumordicke.
Vergleichszeitraum: Juni 2019 bis April 2022
Melanom am rechten Oberarm
Es handelt sich um ein Pigmentmal am rechten Oberarm einer 38-jährigen Patientin. Im Größenvergleich zeigte sich eine deutliche Größenprogredienz der Läsion. Das Muster war asymmetrisch mit atypischen Pigmentnetz und scholligen Pigmentstrukturen. Nach einer Shave-Exzision im Rahmen des gleichen Besuchs zeigte sich in der feingeweblichen Untersuchung zeigt sich ebenfalls ein Melanom.
Vergleichszeitraum: November 2019 bis Mai 2022
Superfiziell spreitendes Melanom am Rücken
Ein 6 mm großes Muttermal am Rücken eines 63-jährigen Patienten, der zur Hautkrebskontrolle kam. Im Größenvergleich zeigte sich eine minimale Größenprogredienz und eine deutliche Strukturveränderung der Läsion. Histologisch ein Superfiziell Spreitendes Melanom mit einer Tumordicke von 0,2 mm.
Vergleichszeitraum: Dezember 2020 bis Juni 2022
Malignes Melanom am rechten Oberschenkel
Schließlich eine Läsion am rechten Oberschenkel einer 64-jährigen Patientin. Im Größenvergleich zeigte sich eine deutliche Größenprogredienz der Läsion. Das Muster war asymmetrisch mit atypischen Pigmentnetz und verschiedenen Farbstrukturen. Hierbei handelte es sich ein Malignes Melanom mit einer Tumordicke von 0,1 mm. Das Erkennen von Veränderungen in der Sequentiellen digitalen Dermatoskopie führte auch hier zu einer Exzision zu einem frühen Zeitpunkt.
Vergleichszeitraum: Dezember 2020 bis Juni 2022









