Hautkrebstherapie

Eine Vielzahl von Therapien können wir direkt in unserer Praxisklinik selbst durchführen, wenn Hautkrebs bzw. Vorstufen von Hautkrebs erkannt werden. Wir handeln bereits beim Nachweis von Vorstufen des weissen Hautkrebs mit dem Ziel, die Weiterentwicklung zu „echtem“ Hautkrebs zu verhindern. Falls es dennoch soweit kommt, so werden wir die meisten Hautkrebs-Operationen sofort oder zeitnah in unserem modern ausgestatteten eigenen OP-Bereich durchführen. Eine große Bandbreite an Operationen erfolgt dabei in örtlicher Betäubung. In unserem Tagesklinikraum mit medizinischen Überwachungsmöglichkeiten können Sie sich nach dem Eingriff erholen. Nach der operativen Entfernung von Hautkrebs folgt die Nachsorge. Es handelt sich um strukturierte Programme, die wir je nach Risikokonstellation individuell anpassen, um regelmäßig den Status der Erkrankung zu prüfen. Wir passen auf Sie auf! In unserer Tagesklinik verabreichen wir Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen Infusionstherapien. Eine angenehme Atmosphäre, medizinische Überwachungsmöglichkeiten und bequeme Infusionsstühle ermöglichen so auch die Durchführung von Therapien, die sonst mit Krankenhausaufenthalten verbunden sind. Wir sehen uns als Partner an Ihrer Seite im Kampf gegen den Krebs von Anfang und auch wenn die Krankheit fortschreiten sollte.

Photodynamische Therapie mit Tageslicht –schmerzfreie Behandlung von Hautkrebsvorstufen

Die photodynamische Therapie (PDT) ist ein Verfahren zur Behandlung von Tumoren durch Lichtbestrahlung nach Anwendung einer lichtaktivierbaren Substanz. Dieser sogenannte Photosensibilisator wird als Creme aufgetragen wird und reichert sich in Tumorzellen an. So ist eine großflächige und dennoch spezifische Behandlung möglich. Diese spezielle Lichttherapieform wird zur Behandlung von oberflächlichen Tumoren wie aktinischen Keratosen, Morbus Bowen oder oberflächlichen Basalzellkarzinomen eingesetzt. Das gesunde Gewebe in der Umgebung der Tumoren wird geschont. Die ursprünglich entwickelte PDT ist sehr schmerzhaft. Eine Weiterentwicklung ist die PDT mit Tageslicht, die deutlich weniger schmerzhaft ist, in Studien aber gleich wirksam. Da die Intensität des Tageslichtes jahreszeitlich und wetterabhängig stark schwankt, wurde die sogenannte simulierte Tageslicht-PDT mit speziellen Bestrahlungslampen entwickelt, die wir einsetzen wollen. UV-Strahlung kommt dabei nicht zum Einsatz. Nach Auftragen der Creme werden Sie für 30-45 Minuten mit einer Speziallampe bestrahlt, die Licht der wirksamen Wellenlänge erzeugt. Es wird unabhängig von Jahreszeit und Wetter eine genau berechnete Lichtenergiedosis appliziert.

Ambulante Operationen

Aufgrund unseres Schwerpunkts in der Behandlung von Hauttumoren ist uns ein optimal ausgestatteter, moderner OP-Bereich ein wichtiges Anliegen. So können wir die meisten Hautkrebsoperationen sofort oder zeitnah ambulant durchführen. Eine große Bandbreite an Operationen erfolgt dabei in örtlicher Betäubung.

Kosmetische Nahttechniken: Wir arbeiten mit modernen kosmetischen Nahttechniken, wo immer dies möglich ist. Dabei verwenden wir oft die intrakutane Schmetterlingsnaht nach Prof. Breuninger, der diese an der Hautklinik in Tübingen entwickelt hat. Dadurch kann häufig auf Fäden an der Hautoberfläche verzichtet werden, die kosmetisch störende Querlinien hinterlassen können.


Sterilgutaufbereitung auf höchstem Niveau: Im OP arbeiten wir mit der Sterilgutaufbereitung eines großen Krankenhauses als externem Dienstleister zusammen. Mittels Barcodes lässt sich für jedes Instrument jeder Schritt der Aufbereitung exakt nachvollziehen. Dies garantiert optimale Hygiene und bestes Qualitätsmanagement für unsere OP-Instrumente. Nebenbei werden auch unsere Instrumente für den Bereich medizinische Fußpflege nach denselben Standards aufbereitet. Im übrigen Praxisbereich verwenden wir in der Regel Einweginstrumente.


Schnittrandkontrollierte Chirurgie (3D-Histologie, Mohs-Surgery): Viele Hauttumoren wachsen in problematischen Regionen unseres Körpers, wie zum Beispiel im Gesicht, an den Händen oder an den Ohren. Gerade in diesen Regionen muss man einerseits möglichst klein operieren, um ein kosmetisch und funktionell optimales Ergebnis zu erzielen. Andererseits wachsen viele der Tumoren mit mikroskopisch kleinen und mit dem Auge nicht sichtbaren Ausläufern, die eigentlich einen möglichst großen Sicherheitsabstand erfordern würden. Hier hilft die schnittrandkontrollierte Chirurgie, um trotz kleiner Sicherheitsabstände eine vollständige Tumorentfernung sicherzustellen. Die Methode sieht zunächst eine Entfernung der Tumoren mit kleinem Sicherheitsabstand vor. Die Schnittränder werden im Labor anschließend lückenlos analysiert. Falls auf diese Weise noch Tumorwurzeln lokalisiert werden, so ist im Anschluss eine gezielte Nachoperation möglich. Dieses Vorgehen bietet die bestmögliche Sicherheit bei einer möglichst kleinen Narbe. Es sind allerdings unter Umständen mehrere Eingriffe (jeweils nach der Gewebeuntersuchung) nötig.


Kooperation mit Kliniken für ambulant nicht durchführbare Eingriffe: Bei sehr großen Tumoren im Bereich des Gesichtes ist manchmal eine Operation im Rahmen eines stationären Aufenthaltes erforderlich. Gründe hierfür sind zum Beispiel ein erhöhtes Nachblutungsrisiko, das eine stationäre Überwachung über Nacht erforderlich macht, oder sehr ausgedehnte plastisch-chirurgische Eingriffe zum Verschluss großer Defekte. Wir haben ein sehr gutes und vertrauensvolles Verhältnis zu der Universitäts-Hautklinik in Tübingen, wo wir Professoren sind, zur Hautklinik in Stuttgart-Bad Cannstatt und zur Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie des Katharinenhospitals in Stuttgart. Wir sorgen dafür, dass Sie in der für den Eingriff optimal geeigneten Klinik operiert werden und versuchen alle Abläufe so stressfrei und reibungslos wie möglich zu gestalten.

Leitliniengerechte Nachsorge bei Hautkrebs – Auf Nummer sicher gehen

Obwohl der Krebs durch Operationen erfolgreich entfernt werden konnte besteht das Risiko, dass es früher oder später zum Wiederauftreten kommt. Daher schließt sich an die Primärmaßnahmen nach Entdeckung des Tumors eine Beobachtungphase an, die wir als Nachsorge bezeichnen. Sie werden in regelmäßigen Abständen untersucht, um früh zu erkennen, falls es zu einem sogenannten Rezidiv kommt.

Beim schwarzen Hautkrebs (Melanom) haben wir selbst zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, um das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung besser einschätzen zu können (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24475086, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23638183).

Eine wichtige Rolle spielt der Blutwert S100, dessen Bedeutung für die Prognose Prof. Weide in verschiedenen Arbeiten untersucht hat (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22782342, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24312329).

Ein wichtiges Hilfsmittel ist außerdem die Lymphknotensonographie, die wir in unserer Praxis selbst durchführen können. Darüber hinaus gehenden radiologische Verfahren wie z.B. die Computertomographie werden von Radiologen durchgeführt.

Hinsichtlich des Umfangs und der Dauer der Nachsorgen orientieren uns an der S3 Leitlinie, die HIER abrufbar ist: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-024OL_l_S3_Melanom-Diagnostik-Therapie-Nachsorge_2018-07_01.pdf

Grundsätzlich handelt es sich um ein Vorgehen, das wir individuell an Ihr persönliches Risiko anpassen. Insgesamt erfolgt die Nachsorge über 10 Jahre. Der Umfang der Untersuchungen bei Patienten mit malignem Melanom ist in Abhängigkeit vom Stadium der Erkrankung aus folgender Tabelle ablesbar:

Ähnliche strukturierte Programme verfolgen wir bei Patienten mit weissem Hautkrebs.

Ambulante Infusionstherapien

„Von der Forschung in die Praxis“ – wir haben die Möglichkeit Ihnen eine Vielzahl neuster Therapien in unsere Praxis anzubieten. In unserer Tagesklinik können wir auch mehrstündige, komplexe Therapien ambulant verabreichen – ein bequemer Infusionsstuhl und vielfältige Überwachungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung. Ein Beispiel hierfür ist die PD1-Antikörpertherapie mit Nivolumab (Opdivo®) oder Pembrolizumab (Keytruda®) beim schwarzen Hautkrebs (Melanom). Über unsere Tätigkeit an der Universitäts-Hautklinik Tübingen können wir für Sie sogar den Weg zu Studienbehandlungen ebnen. Prof. Weide war leitete über mehrere Jahre die dortige onkologische Studienambulanz und erforschte intensiv und erfolgreich Blutwerte, die die Wirksamkeit derartiger Immuntherapien anzeigen (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Weide-b%5Bau%5D+AND+biomarker+AND+(ipilimumab+OR+pembrolizumab+OR+nivolumab+OR+checkpoint-blockade).