Die dermatoskopische Untersuchung ist ein wichtiges diagnostisches Verfahren zur Beurteilung pigmentierter und nicht pigmentierter Hautveränderungen. Sie macht feine Strukturen sichtbar, die bei der Einschätzung eines Befundes eine wichtige Rolle spielen können.
Warum Anamnese und Dermatoskopie zusammengehören
Eine Hautveränderung lässt sich nie nur anhand eines einzelnen Merkmals beurteilen. Entscheidend ist die Kombination aus Vorgeschichte, klinischem Eindruck, dermatoskopischem Bild und ärztlicher Erfahrung. Genau deshalb nehmen wir uns Zeit für eine strukturierte Anamnese und eine gründliche Untersuchung.
So läuft die Untersuchung bei uns ab
Im einleitenden Gespräch berichten Sie uns von neu aufgetretenen oder veränderten bestehenden Hautstellen, die Sie bemerkt haben. Wichtig für die individuelle Risikobeurteilung ist außerdem die Kenntnis Ihrer eigenen Vorgeschichte hinsichtlich Operationen und Hautkrebs und auch die Ihrer nahen Verwandten.
Jedes Hautkrebsscreening erfolgt bei uns immer unter Verwendung des sogenannten Dermatoskops. Dabei handelt es sich um eine beleuchtete Handlupe, die eine bis zu 10-fache Vergrößerung der Hautveränderung erlaubt.
Bereits vor mehr als 20 Jahren konnte gezeigt werden, dass die geschulte dermatoskopische Untersuchung der rein klinischen Untersuchung mit bloßem Auge überlegen ist (Kittler & Kollegen 2002, Vestergaard & Kollegen 2008).
Wir legen höchsten Wert auf eine gründliche, ausführliche und diskrete dermatoskopische Untersuchung aller Hautareale. Dazu gehören für uns auch die Kopfhaut und zum Teil Schleimhäute im Mund und Intimbereich.. Sprechen Sie uns gern vorab an, sollten Sie sich damit unwohl fühlen.
Beispiele aus unserer Praxis
Die gezeigten Fälle stammen aus unserer Praxis und sollen verständlich machen, welche Merkmale bei der Beurteilung eine Rolle spielen können. Sie ersetzen keine persönliche Untersuchung, geben aber einen Einblick in unser diagnostisches Vorgehen.
Bösartige Hautveränderungen
Basalzellkarzinom am Unterarm
Basalzellkarzinom einer 67-jährigen Patientin am linken Unterarm. Das nur mikroskopisch erkennbare Gefäßmuster gibt uns entscheidende Hinweise, dass diese Hautveränderung vollständig operiert werden muss. Es handelte sich um ein Basalzellkarzinom, also einen weißen Hautkrebs.
Pigmentiertes Basalzellkarzinom an der Nasenseite
Ein weiteres Beispiel eines Basalzellkarzinoms bei einem 75-jährigen Patienten an der linken Nasenseite. Hier steht nicht das Gefäßmuster, sondern die dunkle Pigmentierung im Vordergrund.
Lentigo maligna an der Wange
Eine innerhalb von 3 Jahren gewachsene Läsion an der linken Wange eines 86-jährigen Patienten. Im dermatoskopischen Bild sind verschiedene, chaotisch verteilte Strukturen erkennbar, für uns Hinweise auf eine bösartige Läsion. Es erfolgte die Entfernung mittels einfacher Horizontalexzision in örtlicher Betäubung. In der Histologie zeigte sich eine Lentigo maligna, eine Frühform des schwarzen Hautkrebses.
Superfiziell spreitendes Melanom am Knie
Eine 77-jährige Patientin stellte sich mit dieser von ihr selbst neu bemerkten Hautläsion am linken Knie bei uns vor. Es handelt sich um einen dermatoskopisch auffälligen Befund. Daher erfolgte eine Entfernung in Lokalanästhesie. Histologisch konnte die Diagnose eines Superfiziell Spreitenden Melanoms mit einer Tumordicke von 0,3 mm gestellt werden.
Plattenepithelkarzinom an der Schulter
Der 81-jährige Patient stellt sich bei uns mit dieser schnell gewachsenen Hautveränderung an der rechten Schulter vor. Histologisch konnte ein hochdifferenziertes Plattenepithelkarzinom gesichert werden.
Dermatoskopisch schwieriges Melanom am Oberschenkel
Superfiziell Spreitendes Melanom eines 68-jährigen Patienten am rechten Oberschenkel Tumordicke: 1,75 mm. Auch dermatoskopisch schwierige Läsion. Hinweis auf ein Melanom gibt vor allem das pigmentierte Areal oben rechts im Bild.
Plattenepithelkarzinom am Handrücken
Die 78-jährige Patientin berichtet über diese verhärtete Läsion an der rechten Handrückseite seit einigen Monaten. In der Histologie zeigte sich ein Plattenepithelkarzinom, welches mittels kleiner Operation vollständig entfernt wurde.
Gutartige Hautveränderungen
Harmloser Junktionsnävus am Oberarm
Leberfleck einer 35-jährige Patientin am Oberarm. Im dermatoskopischen Bild regelmäßiges Netzmuster. Hier kann Entwarnung gegeben werden, da es sich um einen harmlosen Junktionsnävus handelt.
Seborrhoische Keratose am Rücken
Gutartige, pigmentierte seborrhoische Keratose einer 73-jährigen Patientin am unteren Rücken. Diese „Alterswarzen“ sind komplett harmlos, obwohl sich mikroskopisch ein sehr inhomogenes Bild zeigt. Die sogenannten Hornperlen geben einen Hinweis auf die Gutartigkeit dieser Läsion.
Dysplastischer melanozytärer Nävus an der Schulter
Gutartiger, dysplastischer melanozytärer Nävus an der linken Schulter bei einer 51-jährigen Patientin. Da das auflichtmikroskopische Bild uneinheitlich war, wurde diese Stelle vorsorglich entfernt.
Papillomatöser Nävus an der Schulter
Störender, schon mehrere Jahre bestehender Hautknoten an der rechten Schulter einer 49-jährigen Patientin. Es handelt sich um einen gutartigen papillomatösen Nävus.
Angiom an der Brust
Ein „Blutschwämmchen“ (Angiom), nachweisbar bei fast allen Menschen mit zunehmendem Alter. Hier an der linken Brust eines 64-jährigen Patienten. Im auflichtmikroskopischen Bild zeigt sich ein sehr typisches himbeerartiges Muster.
























